Agía Nápa

File 350Die Region im äußersten Südosten Zyperns hatte sich nach der türkischen Besetzung 1974 zügig zum beliebtesten Urlaubs-Sommerziel auf der ganzen Insel entwickelt. Die großzügige Strandlandschaft von Agía Nápa beginnt am kleinen Flusshafen Potamós tou Liopetríou, passiert den Agía Thekla Beach, die Makroníssos und die Níssi Bucht und führt schließlich fast bis zum städtischen Hafen. Dahinter beginnt der Ortsstrand mit feinkörnigem Sand und flachen vom Wind angewehten Sanddünen. Vor der Teilung Zyperns war das nahgelegene Varósha, ein Stadtteil von Famagusta (Nordzypern), Toppziel aller Zypernurlauber.

File 110Mit der türkischen Besetzung verloren viele Hotelbetreiber ihren Besitz, fassten aber schnell neuen Mut in der Nähe der alten Heimat neue Unterkünfte zu bauen. Mittlerweile macht das ehemalige Fischerdorf mit seinem immensen Angebot an Clubs, Pubs und Kneipen den Partyhochburgen Ibiza oder Mykonos große Konkurrenz und insbesondere Urlauber aus Skandinavien, England und Irland kommen regelmäßig nach Agía Nápa. Bis zu 100 namhafte DJ´s sind pro Saison (April bis Oktober) in der Partyhochburg unter Vertrag. Auch das Tagesangebot in Agía Nápa lässt nichts zu wünschen übrig: Etliche Wassersportarten wie Surfen, Jetski, Bananenboot oder Parasailing an den Stränden, Tauchschulen in mehreren Resorts, interessante Tauchexkursionen zu den Spuren einer versunkenen Stadt und mehreren Schiffswracks, Spaß im „Waterworld“, einem der größten Themen-Wasserparks ganz Europas sowie Wandern, Fahrradfahren, Klettern und andere abenteuerliche Entdeckungen im nah gelegenen Naturschutzgebiet Kap Greco mit bemerkenswerten Höhlen, Klippen und Steinbrüchen.

Historische Sehenswürdigkeiten findet man direkt im Altstadtkern von Agía Nápa, so das gleichnamige Kloster am Seferís Square, das Anfang des 16. Jh. unter der Herrschaft der Venezianer auf Zypern entstand und in den 1960er Jahren aufwendig restauriert wurde. Zum Klosterkomplex hinter dicken Mauern, die einst Piraten abhalten sollten, gehört ein großer Hof und eine moderne kleine Kirche. Die Klosteranlage wurde über einer Grotte errichtet, in der während des Ikonoklasmus im 7./8. Jh. eine versteckte Marienikone gefunden wurde und daraufhin an dieser Stelle zu Ehren Mariä dieser Komplex erbaut wurde. Im Klosterhof befindet sich ein Kuppelbau, der einen reich mit Eroten und Girlanden verzierten Marmorbrunnen aus der Zeit um 1530 überdacht. Weiterhin bemerkenswert ist der gewaltige, über 600 Jahre alte Maulbeerfeigenbaum (Sykomore) vor dem Südtor des Klosters, dessen kräftige Holzart einst zum Bau von Sarkophagen und Schiffen genutzt wurde, und dessen altehrwürdigen Äste heute von einer Stahlkonstruktion gestützt werden.