Geschichte

 Jahr Ereignis
   
10 000 – 8 000 v. Chr. Mittel- und Jungsteinzeit Erste Zeugnisse menschlicher Besiedlung in Choirokoitía, Sotíra und Kalavassós.
3 800 – 2 300 v. Chr.
Kupferzeit
Beginn der Verarbeitung von Kupfer zu Werkzeugen und Schmuck sowie anfängliche Handelsbeziehungen mit dem Nahen Osten, Ägypten und Phönizien.
2 300 – 1 650 v. Chr.
Bronzezeit
 
Die Kupfergewinnung der Insel steigt dermaßen an, dass Zypern zum wichtigsten Kupferexporteur des Altertums wird.
1 600 – 1 400 v. Chr.
Späte Bronzezeit 
Aufgrund der immer reger werdenden Handelskontakte erlebt Zypern eine erste Blütezeit. In Religion und Kunst zeigen sich orientalische, aber auch minoisch-kretische Einflüsse.
1 500 v. Chr. Die kypro-minoische Silbenschrift entwickelt sich, die bis heute nicht entziffert werden konnte. Nach dem Niedergang der minoischen Kultur um 1 450 v. Chr. beginnt die Hellenisierung Zyperns. Die Mykener errichten Handelsstützpunkte auf der Insel.
1 200 – 1 100 v. Chr. Die Achäer, Griechen von der Peloponnes, gelangen auf ihrer Flucht vor den Dorern auf die Insel. Fortan übernehmen sie die Herrschaft und verbreiten die griechische Sprache, Bräuche und Religion.
1 050 – 800 v. Chr.
Eisenzeit  
Die Eisengewinnung und -verarbeitung, deren Kenntnis phönizische Händler nach Zypern brachten, führt zu einem erneuten kulturellen Aufschwung. Die Kultur der Phönizier floss ebenfalls in die zyprische Kunst ein.
800 v. Chr. Die Phönizier erheben Kítion zum Stadtkönigtum, das erste von ca. 10 Stadtkönigtümern auf der Insel.
800 – 480 v. Chr.
Archaik
 
Zypern erlebt eine Eroberungsphase nach der anderen. Von 709-663 v. Chr. wird es von den Assyrern besetzt. Nach mehr als 100 Jahren Unabhängigkeit drängen von 560-525 v. Chr. die Ägypter auf die Insel und von 525-333 v. Chr. wird Zypern von den Persern eingenommen. Trotz der Tributpflicht den Eroberern gegenüber behalten die Stadtstaaten eine relativ hohe Eigenständigkeit. Die zentrale Lage für den Ost-West-Handel sowie der Reichtum an Kupfer und Holz verhelfen der Insel zu einer erneuten wirtschaftlichen Blüte.
480 – 323 v. Chr.
Klassik
 
Athen und Persiendie Großmächte jener Zeit - kämpfen um die Insel. Die Macht fällt abwechselnd mal in griechische mal in persische Hände. Erst als Alexander der Große das persische Herr unter Dareios III. bei der Schlacht von Issos 333 v. Chr. bezwingt, erhält Zypern 331 v. Chr. seine Unabhängikeit.
323 v. Chr. Mit dem Tod Alexander des Großen gerät Zypern in die Auseinandersetzung seiner Nachfolger, den Diadochen.
294 – 60 v. Chr. Hellenismus Zypern geht nach langem Kampf unter den Diadochen an die Ptolemäer und damit herrscht Ptolemaios I. von Ägypten aus über die Insel. Die Stadtkönigtümer verlieren ihre Macht und ein Statthalter aus Alexandria wird zur Verwaltung eingesetzt. Es beginnt eine große sich am Hellenismus orientierende Bautätigkeit und das Griechische setzt sich als Umgangssprache durch.
58 v. Chr.        Römische Zeit
 
Rom äußert seinen Anspruch auf Zypern, nachdem es die Ptolemäer mehrmals in der Vergangenheit militärisch im östlichen Mittelmeerraum unterstützt hatte, und macht Zypern zur römischen Provinz.
1. Jh. n. Chr. Unter der römischen Herrschaft setzt eine starke Bautätigkeit ein. Städte wie Koúrion und Salamís erhalten neue Tempel- und Stadtanlagen. Außerdem profitiert Zypern vom römischen Handel mit Indien und China. Amts- und Verkehrssprache bleibt weiterhin Griechisch.
45/ 46 n. Chr.  Die Apostel Paulus und Barnabas kommen auf ihrer ersten Missionsreise nach Zypern und bekehren den römischen Prokonsul Sergius Paulus. Daraufhin beginnt die Christianisierung der Bevölkerung.
70 n. Chr.  Nach der Zerstörung Jerusalems flüchten viele Juden nach Zypern und es entwickelt sich eine immer größer werdende jüdische Gemeinde.
116 n. Chr. Großer Aufstand der Juden, bei dem rund 250 000 Menschen nichtjüdischen Glaubens ums Leben kommen. Die Römer beenden die Unruhen und vertreiben alle Juden von der Insel.
395 n. Chr. Bei der Teilung des Römischen Reiches fälll Zypern an Byzanz. Die Kirche Zyperns untersteht dem Patriarchat von Antiochia, strebt aber die Unabhängigkeit an.
488 n. Chr. Nachdem das Grab des heiligen Barnabas zusammen mit einer Abschrift des Matthäus-Evangeliums nahe bei Salamís gefunden worden war, erkennt eine Synode die apostolische Gründung der Kirche Zyperns und deren Unabhängigkeit an.
7. – 10. Jh. n. Chr.  Zypern wird wiederholt von den zu jener Zeit immens expandierenden Arabern besetzt. Rund 250 Jahre lang ist das immer um eine gewisse Neutralität bemühte Eiland sowohl dem Kaiser in Konstantinopel als auch dem Kalifen von Damaskus tributpflichtig.
965 n. Chr. Der byzantinische Kaiser Nikephoros Phokas II. kann Zypern endgültig von den Arabern befreien. Gründungen vieler Klöster, die heute noch bestehen: Chrysorrogiátissa, Kýkko, Machairás und Neófytos. Zum Schutz gegen die Arabereinfälle entstehen die Festungen Buffavento, St. Hilarion und Kantara.
1185 – 1191  Der byzantinische General Isaak Komnenos trennt Zypern vom byzantinischen Reich und läßt sich zum „Kaiser von Zypern“ krönen. Damit war die byzantinische Herrschaft beendet. Richard Löwenherz landet 1191 während seines dritten Kreuzzuges auf der Insel und befreit die Bevölkerung von der Schreckensherrschaft Isaak Komnenos. Kurze Zeit später verkauft er Zypern für 100000 Dinar an die Templer. Der Templerorden war eine mächtige Organisation in der Levante, der katholischen Kirche zugehörig und betrachtete Zypern als eine Einnahmequelle.
1192 – 1489                  Herrschaft der Lusignans Nach dem Aufstand der Zyprioten gegen die Templer, veräußern diese die Insel an den französischen Kreuzritter Guy Lusignan. Damit beginnt eine fast 300-jährige Herrschaft der Lusignans, die die Insel zum Königreich erheben und den römisch-katholischen Glauben zur Staatsreligion erklären.
1204 Byzanz wird durch die Kreuzritter und Venezianer erobert.                              
1228 – 1233  Kaiser Friedrich II. besetzt Zypern während des fünften Kreuzzuges, wird aber von den Lusignans vertrieben.
1372 Krönung des jungen Frankenkönigs Peter II. in Famagusta. Bei der Zeremonie kommt es zu einem Gefecht der miteinander rivalisierenden Handelsgroßmächte Venedig und Genua, die sich schon länger Privilegien auf der Insel erkauft und erpresst hatten. Die genuesischen Truppen behalten die Oberhand und besetzen Famagusta bis 1472.
1426 Einmarsch der Mameluken aus Ägypten (Militärsklaven osmanischer Herrschaftsgebiete), denen nach der Niederlage bei Chiorokoitá Tribut gezahlt werden muss.
1489 – 1571 Venezianische Herrschaft Caterina Cornaro, aus einer reichen venezianischen Patrizierfamilie stammend und Witwe des letzten Lusignan-Königs, übergibt die Insel den Venezianern. Der italienische Stadtstaat fordert hohe Tributzahlungen von den Zyprioten.
1570/ 71 Einmarsch und Eroberung durch die Osmanen unter dem Feldherr Mustafa Pasa. Im Jahr 1573 übergibt Venedig alle Rechte an der Insel an die Osmanen.
1571 – 1878
Osmanische Herrschaft
 
Unter der langen osmanischen Herrschaft wird die Leibeigenschaft und der Frondienst abgeschafft, die katholische Kirche verboten und die griechisch-orthodoxe Kirche in ihren alten, aus byzantinischer Zeit stammenden Rechten wieder gestärkt. Die römisch-katholischen Kirchen werden in Moscheen umgewandelt. Die Bevölkerung hat auch unter den Türken mit hohen Abgaben zu kämpfen, die sie weiter in die Verarmung treiben.
1754 Der griechische Erzbischof wird zum Führer der griechischen Volksgruppe auf Zypern ernannt. Da der Klerus keine Steuern einziehen kann, wird ein christlicher Dragoman, ein Dolmetscher und Kenner des Nahen Ostens, zur Vermittlung eingesetzt. 
1821 In dieser Zeit beginnt der Freiheitskampf der Griechen auf dem Festland gegen die osmanische Herrschaft, der vom zypriotischen Erzbischof mit Nahrungsmitteln und Geld unterstützt wird. Damit sich der Freiheitskampf  nicht auf Zypern ausbreitet, bestraft der amtierende türkische Statthalter Küçük Mehmed diesen zur Abschreckung und lässt den Erzbischof Kyprianos sowie die Bischöfe von Páfos, Kitium und Kerýneia und den Abt des Kýkko-Klosters in Nikosía hinrichten. Darauf folgt ein Massaker und die Konfiszierung jeden Eigentums der griechischen Bevölkerung, was dazu führt, dass viele Zyprioten in das freie Griechenland flüchten. In diesen blutigen Ereignissen liegen die Wurzeln des griechisch-türkischen Konfliktes.
1878 – 1960
Britische Herrschaft
 
Nach 300 Jahren Herrschaft tritt die Türkei Zypern in einem Garantieabkommen an das Britische Empire ab, das als Gegenleistung militärischen Schutz gegen die im Kaukasus und auf dem Balkan expandierenden Russen gewährt. In dieser Zeit wird der Wunsch der Enosis, der Vereinigung mit dem griechischen Festland, unter den griechischen Zyprioten immer größer.
1914 Während der britischen Herrschaft gehört Zypern formal noch zum türkischen Reich. Mit dem Eintritt der Türkei in den 1. Weltkrieg an der Seite Deutschlands und der Mittelmächte, annektiert England die Insel. Dies wird von der Türkei nicht anerkannt.
1923 Vertrag von Lausanne: Die Türkei erkennt die britische Annexion Zyperns rückwirkend seit 1914 an.
1925 Zypern wird zur britischen Kronkolonie erhoben.
1931 Die Briten zwingen den Zyprioten immer stärker ihre eigene Kultur auf, so dass erneut Unmut und der Wunsch nach der Enosis unter der griechischen Bevölkerung laut wird. Ein blutiger Aufstand wird von den Briten niedergeschlagen. Die Folgen waren der Verbot von politischen Vereinigungen und eine stark eingeschränkte Pressefreiheit.
1950 Erzbischof Makkarios III. macht die Enosis zur internationalen Frage und tritt damit vor die UNO. Das Gesuch scheitert. Die Insel war für die Briten geografisch stets der wichtigste Stützpunkt im östlichen Mittelmeer. Unterstützung finden die Briten unter den türkischen Zyprioten, die sich gegen eine Vereinigung mit Griechenland aussprechen.
1955 Gründung der Untergrundbewegung EOKA (Epanastatiki Organosis Kypriakou Agonos), die mit Anschlägen auf britische Einrichtungen und Persönlichkeiten gegen die Kolonialmacht kämpft. Im Gegenzug wurde von den türkischen Zyprioten die ebenfalls terroristische TMT (Türk Mukavemet Tesilati) gegründet, die sich für die türkischen Minderheiten und für die Teilung Zyperns nach ethnischen Bevölkerungsgruppen stark macht.
16. August 1960 Republik Zypern Proklamation der Republik Zypern. Das Londoner Abkommen wird von Makarios III., von Fazil Küçük (Vertreter der Inseltürken) sowie den Staatschefs Großbritanniens, Griechenlands und der Türkei unterschrieben. Erster Präsident wird Makarios III., sein Vize und gleichzeitig Stellvertreter der türkischen Bevölkerung wird Fazil Küçük.
1960/ 61 Eintritt Zyperns in die UNO und in den Europarat.
1964 Stationierung der Friedenstruppe UNFICYP (United Nations Peacekeeping Force In Cyprus) auf der im ethnischen Konflikt stehenden Insel. General Young zieht die berühmte „Green Line“ auf der Karte, die die griechischen und türkischen Stadtteile voneinander abgrenzt.
1974 Ein von der CIA und der griechischen Junta unterstützter Putsch beendet die Regierung Makarios III., der mittlerweile des Kommunismus verdächtigt wurde.
1975 Unter der Vorwand, die türkischsstämmige Bevölkerung auf Zypern schützen zu müssen, nehmen türkische Besatzungstruppen ca. 40% der Insel ein und proklamieren Nordzypern als „Türkischen Bundesstaat“.
1983 Ausruf der „Türkischen Republik Nordzyperns“ durch ihren Präsidenten Rauf Denktas, die bis dato nur von der Türkei und nicht international anerkannt wird.
2003 Öffnung der Grenzen, so dass sich die Zyprioten heute auf der gesamten Insel frei bewegen können.
2004 Zypern tritt der EU bei.
2008 Einführung des EURO. Nordzypern behält die Türkische Lira.
2013 Seit Februar ist Niko Anastasiades neuer Präsident. Der türkische Norden wird von Eroglu, dem Vorsitzenden der nationalistischen Partei UBP „regiert“.