Halbinsel Karpaz

File 359Langgestreckt und spitz zulaufend wie ein Pfeil ragt die ca. 80km lange Halbinsel Karpaz an Zyperns Nordostseite ins Mittelmeer hinein. Die Halbinsel ist nur knapp 15km breit und verfügt rundherum über herrliche Küstenstreifen und Dünenlandschaften. Den äußersten Zipfel bildet das Kap des Apostels Andreas, dem die winzigen Schlüssel-Inseln vorgelagert sind. Die Landschaft von Karpaz ist eine der unerschlossensten und ursprünglichsten der ganzen Insel und ist für Wanderer ideal. Ihr Pflanzenreichtum verfügt über endemische Arten und vor allem über die auf ganz Zypern vermissten Zypressen. Insbesondere vor dem Kap Andreas ist die Landschaft immer dichter bewachsen mit Zypressen, Oliven- und Johannisbrotbäumen und wilden Sträuchern.

Am Kap befindet sich das Andreaskloster, ein Bau aus dem 19. Jh. Zu den Feiertagen Mariä Himmelfahrt und dem Tag des heiligen Andreas wandelt sich dieser stille Endpunkt Zyperns im Osten zu einem bunten und lauten Wallfahrtsort vieler orthodoxer Griechen aus Südzypern. Unterhalb des Klosters am Meer steht noch eine kleine gut erhaltene Andreas-Kapelle aus dem 15. Jh.

In den kleinen Dörfern abseits jeden Tourismus und Konsums leben die Menschen auf der Karpaz-Halbinsel als einfache Bauern, bewegen ihren Transport mit Eselskarren und leben weitestgehend von der Landwirtschaft. Besonders viele Anatolier zog es in der Vergangenheit hierher, doch ist längst nicht jede Region besiedelt und viele Felder liegen seit langem brach.

Die größten Ortschaften der Karpaz-Halbinsel sind Dipkarpaz und Yenierenköy. In Dipkarpaz finden sich wenige Unterkünfte und die weiße Kirche Ágios Synésios, die von wenigen orthodoxen Griechen, die hier noch immer leben, betrieben wird. Doch war die Region nicht immer so dünn bevölkert. Zum einen konnten am Kap Andreas in den vergangenen Jahren Überreste einer neolithischen Siedlung geborgen werden. Zum anderen entstanden im frühen Christentum etliche Kapellen und Kirchen, von denen heute überall Fundamente und Baureste zurückgeblieben sind. Kurzweilige aber interessante Besichtigungen lohnen sich für die frühchristliche Basilika Agía Triás und die Kapelle des Ágios Thyrsos, die in der Nähe des zweitgrößten Ortes Yenierenköy liegen.

Den Beginn der Karpaz-Halbinsel vom Landesinneren aus markiert quasi die Festung von Kantára, eine von drei Lusignan-Burgen, die im 13. Jh. entstand um feindliche Seefahrer frühzeitig auszuspähen und Warnungen an die anderen Posten in St. Hilarion und Buffavento sowie die in Kyrénia und Nicosía weiterzugeben. Die Burg ist ganztags begehbar und bietet tolle Ausblicke weit übers Meer und die Landschaft der Karpaz-Halbinsel. Entlang der Küste ist sie von Kyrénia aus ca. 60km entfernt, von Nicosía aus ca. 90km. Generell empfiehlt es sich bei der Erkundung von Karpaz eine oder zwei Übernachtungen in den nächstgelegenen Städten Nicosía, Kyrénia oder Famagusta einzuplanen. Als Tagesausflug für Urlauber aus Südzypern lohnt sich die lange An- und Abreise kaum, für die Sie einfach mindestens 3 Stunden einplanen müssen.