Johanniterburg Kolóssi

File 323Tief in der wunderschönen Küstenlandschaft von Limassol liegt der Ort Kolóssi mit seiner wichtigsten Attraktion, der Burg der Ritter des heiligen Johannes aus Jerusalem. Die Johanniterburg ist eines der wichtigsten Zeugnisse des mittelalterlichen Zyperns (Öffnungszeiten: Täglich 9-19:30 Uhr). Schon damals schätzten Reisende das fruchtbare Tal, dass bis zur Mündung zum Kouris-Fluss führt und perfektes Anbauland für Getreide, Zuckerrohr, Baumwolle, Oliven und vor allem Weinplantagen bot. Zu Zeiten der Frankenkönige auf Zypern war die Johanniterburg eine der berühmtesten feudalen Höfe.

Die Festung, wie wir sie heute sehen, stammt aus dem 15. Jh., ruht allerdings auf Vorgängerbauten aus dem frühen 13. Jh. Der ältere Bau war kleiner und wurde vom fränkischen König Hugo I. dem Kreuzritterorden der Johanniter im Jahre 1210 offiziell überlassen, wie es kurz zuvor auch schon mit dem Kloster Bellapais in Nordzypern geschah. Die Johanniter machten die Burg zu ihrem Hauptsitz und etablierten hier zugleich eine Verarbeitungsanlage für das reichlich im Umland wachsende Zuckerrohr. Am östlichen Ende der Burg kommen die älteren Bauten mit den Zuckerrohr-Raffinerien noch zum Vorschein.

Auch als die Johanniter ihren Hauptsitz später nach Rhodos verlegten, blieb die Burg von Kolóssi samt den Ländereien und über 50 Dörfern unter ihrer Führung. Eine kleine Gruppe von Commandarías blieb in Kolóssi stationiert um das Gut zu verwalten. Den Quellen nach besetzten auch die Templer während ihrer politischen Hochzeit auf Zypern die Burg (1306-1308). Doch nachdem der Templerorden von Papst Clemens um 1308 verboten wurde, übernahmen die Johanniter die Festung wieder.

Die Burg selbst ist ein 21 m hoher quadratischer Turm, der innen in drei Etagen gegliedert ist. Das Erdgeschoss ist in drei Räume unterteilt und diente größtenteils als Lager- und Abstellfläche. Zwei Zisternen sind hier integriert worden. Eine Steintreppe führt in das zweite Geschoss, wo sich die Küche und Aufenthaltsräume befanden, und weiter in die oberste Etage, wo die großzügigen Wohngemächer des Kommandanten untergebracht waren. Dieser Teil war in zwei Hallen geteilt und erhielt damals zusätzlich ein Zwischengeschoss, dass als Schlafgemach diente. Südlich der Burg schließt ein Innenhof an, der von Mauern und den Ruinen eines ehemaligen Stallgebäudes umschlossen wird. An der Südwestecke des ehemaligen Stallgebäudes befand sich der Eingang zum Hof, der von einem massiven Turm geschützt wurde.

Das Gebiet ist gleichermaßen berühmt für die Produktion und den Export des beliebten Commandaria-Weines, Zyperns traditionellen Süßweins, dessen Genuss schon von antiken Autoren beschrieben wurde. Während diese den Wein noch Nama nannten, erhielt er seinen mittlerweile über 500 Jahre alten Namen Commandaría durch die hier stationierten Kommandanten des Ritterorden der Johanniter. Selbstverständlich können sie den Wein direkt vor der Burg oder auch überall in der Umgebung von Kolóssi verkosten.