Kakopetriá

File 362Das Bergstädtchen Kakopetriá, was im Altgriechischen „schlechter Fels“ bedeutet, liegt nördlich des Olympos im Tróodos-Gebirge an den Ufern eines der wenigen Flüsse Zyperns, dem Karyotis. Der Name entstand, weil die Griechen der Antike in der felsigen Umgebung gleichzeitig eine Hartnäckigkeit sahen, die die Versorgung und den Handel erschwerten. Das von den Felsen umschlossene Solea-Tal zeichnet sich durch eine wunderschöne und vor allem fruchtbare Landschaft aus. Obstplantagen, Nussbaumhaine und verschieden bunte Blüher des fruchtbaren Gartenbodens am Karyotis-Fluss begeisterten schon die fränkischen Adligen, die sich im 14. Jh. in die kühlen Berge zurückgezogen hatten, um in der behaglichen Sommerfrische zu ruhen und rasten. Und auch heute noch zieht es gut situierte Zyprioten in ihre Sommerhäuser im Solea-Tal.

File 497Der aufwendig im Stil des 18./19. Jh. restaurierte Ortskern von Kakopetriá gehört zu den touristischen Attraktionen jeder Troódos-Tour, so dass Tagesausflügler aus Nikosia oder anderen Städten über Phasen hinweg den unter Denkmalschutz stehenden Hauptplatz geradezu bevölkern. Diese Geräuschkulisse ebbt aber am Abend wieder ab und die herrlich lauen Sommerabende in überschaubarer Gesellschaft können beginnen. Am Dorfplatz in historisch restaurierten Gebäuden befinden sich einige Unterkünfte und Restaurants mit gegrilltem Fisch, Fleisch und Gemüse auf den Speisekarten. Wenn Sie innerhalb des Ortes das Flussufer über eine kleine Brücke wechseln, stoßen Sie auf das „Maryland at the Mill“, ein vorzügliches Fisch-Restaurant über einer alten Mühle mit mittelalterlich-märchenhaftem Flair.

File 503Kakopetriá bietet eine ideale Ausgangslage um die Sehenswürdigkeiten der Umgebung zu erschließen, worunter einige bedeutende Scheunendachkirchen aus byzantinischer Zeit sind. Die Gegend ernährt sich unter anderem vom kulturinteressierten Tourismus, so dass jede Kirche und Kapelle ausgeschildert ist. Direkt am Ortsrand steht die kleine Panagía Theotókos-Kirche, ein Bau aus dem frühen 16. Jh., der unter venezianischer Hoheit entstand. Die Stifter und Erbauer Leontios und seine venezianische Gattin Lucrezia sind mit Bildnissen über dem Eingang verewigt. Im dunklen Innenraum sind Wandmalereien zu sehen, die vom Leben Jesu berichten. Die von der UNESCO als Weltkulturerbe deklarierte Kirche Ágios Nikólaos tis Stégis (Di-Sa 9-17 Uhr | So 11-16 Uhr) liegt wenige Kilometer südlich des Ortskern und beherbergt Wandmalereien aus ihrer Erbauungszeit dem 11. Jh. Einige der Szenen des Neuen Testaments sind jünger (17. Jh.). Zu den Höhepunkten gehören die Darstellung der das Jesuskind stillenden Maria, die Kreuzigung, die Geburt Christi und die 40 Märtyrer von Sebaste.