Kirche Moní Panagías tou Arakoú

File 326Im südöstlichen Teil des Tróodos-Gebirges umgeben von idyllischen Anhöhen und Tälern befindet sich diese hübsche Scheunendachkirche aus dem 12. Jh. - eine von bereits 10 Bergkirchen des Tróodos, die als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet sind. Die Kirche Moní Panagías tou Arakoú (= Arakos ist eine Erbsenart auf Zypern) liegt in der Region Pitsylia zwischen den Dörfern Lagouderá und Saranti (Öffnungszeiten: Täglich 10-16 Uhr). Laut einer Stifterinschrift über dem Nordeingang der Kirche wurde der Innenraum im Dezember 1192 durch Spenden des byzantinischen Adligen Leon Afthentis finanziert. Sie diente ursprünglich als Klosterkirche eines gleichnamigen Klosters, das in der zweiten Hälfte des 12. Jh. entstand.

Die Reisetagebücher des russischen Mönches Vassili Barski, der die Gegend um 1735 besuchte, berichten davon, dass das Kloster zu seiner Zeit beinah verlassen und von nur drei Mönchen bewohnt wurde. Heute befindet sich die Priesterwohnung in dem zweistöckigen Klosterbau. Die Wandmalereien im Inneren der Panagías tou Arakoú bilden einen der umfassendsten Zyklen aus byzantinischer Zeit und sind von solcher Qualität, dass sie von einem Kenner der Kunst am byzantinischen Hof von Konstantinopel gefertigt worden sein müssen. Der Künstler bzw. die Werkstatt ist uns nicht bekannt. Sowohl der Stil als auch das ikonografische Programm drücken die Entwicklung der Maltechnik von Konstantinopel aus und bilden somit eines der wenigen historischen Dokumente für die Hauptstadt des großen Imperiums, von dem so wenig überlebt hat.

Die heutige Strahlkraft und Deutlichkeit der Wandmalereien sind Restaurierungsarbeiten der Harvard Universität aus den 1960er und 70er Jahren zu verdanken. Von besonderer Qualität sind die Szenen „Tempelgang Mariä“, die „Geburt Christi“ und „Christus als Pantokrator“ hoch oben in der Kuppel. Im Altarbereich flankieren die Darstellungen zweier Säulenheiliger die Ikonostase. Es handelt sich um Simeon Stylites den Älteren und Simeon Stylites den Jüngeren. Beide lebten im frühen Christentum und verteidigten die Bilderehrung während des Bilderstreits, indem sie im wahrsten Sinne des Wortes als Eremiten auf Säulen lebten. Diese Form der Askese war im byzantinischen Reich weit verbreitet und hielt sich bis ins 19. Jh. Sowohl die hölzerne Ikonostase als auch die Säulenheiligen gehen auf das Jahr 1673 zurück, eine Zeit als der Innenraum der Kirche ein letztes Mal verändert wurde.