Koúrion

File 332Die archäologische Stätte Koúrion liegt ca. 15 km von Limassol entfernt und ist eine der bedeutendsten Stadtanlagen aus griechisch-römischer Zeit auf ganz Zypern (täglich 8-19:30 Uhr). Besonders bekannt für sein herrliches römisches Theater, das vollständig restauriert wurde und heute für Theater- und Musikaufführungen genutzt wird, findet man in Koúrion auch stattliche, römische Villen mit prächtigen Mosaikfußböden und die Fundamente einer dreischiffigen frühchristlichen Basilika aus dem 4. Jh. n. Chr.

File 104Archäologische Funde bezeugen eine Besiedlung seit der Neusteinzeit. Die strategisch gute Lage auf einem Hügel am Meer ist typisch für antike Siedlungsgründungen. Zur Zeit der großen griechischen Kolonisation im 8./7. Jh. v. Chr. gründeten Auswanderer von der Peloponnes eine Stadt mit einem Heiligtum für Apollon Hylátes (= waldig, holzig), der hier als Schutzherr des Waldes bis ins 4. Jh. n. Chr. verehrt wurde. Ein Opferaltar aus dem 7. Jh. v. Chr. bildet das älteste Stück dieses Bezirks. Alle anderen Bauten wie die Säulenhallen, Thermen, eine antike Sportanlage und Schatzkammern sowie Priesterquartiere stammen aus dem römischen 1. Jh. n. Chr., erneuerten damals allerdings hellenistische Vorgängerbauten. Das Apollon-Heiligtum liegt etwas weiter westlich der Stadtanlage von Koúrion direkt vor dem Episkopí-Wald und ist über die Straße Richtung Pafós, auf der Sie auch Koúrion erreichen, ausgeschildert (tägl. 9-19 Uhr).

File 119In der Stadtanlage von Koúrion wurden ebenfalls weitestgehend römische Bauten freigelegt. Darunter Villen aus dem 3. und 4. Jh. n. Chr. wie das Haus der Gladiatoren oder das des Achilles, die beide nach den Darstellungen auf den gut erhaltenen Boden-Mosaiken benannt wurden. Um 365 n. Chr. wurde Koúrion durch ein Erdbeben zerstört, wieder aufgebaut und zur Zeit der arabischen Besetzer im 7. Jh. völlig verlassen. Erst Ausgrabungen in der Mitte des 19. Jh. ließen die Stadt und ihre Geschichte wieder aufleben. Zu den frühchristlichen Schätzen aus dem 5. Jh. n. Chr. zählt das prächtige Patrizierhaus des Eustólios, das einst aus 35 Räumen und einer Thermenanlage bestand. Die Motive der hier freigelegten Mosaiken zeigen eine Mischung aus antik-heidnischen und christlichen Symbolen, ein wunderbares Dokument für die Entwicklung des frühen Christentums, das in römischer Zeit noch als kleine Glaubengemeinschaft existierte.

File 266Die Thermenanlage, die seinerzeit öffentlich zugänglich war, wurde mit der römischen Hypokaustenheizung erwärmt, von der der freigelegte Hohlraum unter dem Boden des zu erwärmenden Raumes mit den Ziegelpfeilern sehr anschaulich erkennbar ist. Ein Besucherzentrum mit dem Modell des antiken Koúrions zeigt ausdrucksvoll wie die Stadt vor über 2000 Jahren ausgesehen hat. Auch die Landschaft um Koúrion lädt zum Verweilen nach einer Besichtigung der archäologischen Stätte ein. Am wunderschönen Strand von Koúrion badet und sonnt man sich recht einsam, in der Nähe befinden sich kleine, einheimische Fischrestaurants.