Kulinarisches aus Zypern

So verschieden wie die Einwohner Zyperns ist auch seine kulinarische Welt: Griechisch und Türkisch mit Einflüssen aus der arabischen, englischen und italienischen Küche. Interessanterweise werden von den Menschen sowohl im Süden als auch im Norden die selben Gerichte und Zutaten verwendet, bis auf den in der Religion liegenden Unterschied, nämlich, dass im Norden kein Schweinefleisch gegessen wird. Gekocht wird überwiegend frisch und traditionelle Gewürze wie Koriander, Petersilie, Zimt und Zitrone bestimmen den Geschmack. Die Bergregion im Landesinneren war bis in die 1960er Jahre Anbaugebiet für die Oliven, Bohnen, Nüsse, Kapern und Rosinen. Besonders in Ragouts und Salaten werden diese Zutaten verwendet.

Dabei hat sich eine große Vielfalt an vegetarischen Speisen etabliert, da die Orthodoxen an 150 Tagen im Jahr nichts Tierisches zu sich zu nehmen dürfen - auch wenn diese Glaubensregel von vielen schon lange nicht mehr gelebt wird. Gemüse wie Tomaten, Gurken, Kopfsalat, Artischocken, Kohlrabi, Karotten, süße und scharfe Paprika, Korianderkraut und Weißkohl wird am liebsten im Salat verarbeitet, der mit Zitrone und dem lokalen, sehr schmackhaften Olivenöl verfeinert wird. Auberginen und Zucchini, Kürbisblüten und süßer Kürbis, grüne Bohnen, Erbsen und Rote Rüben werden gebraten, gefüllt und überbacken oder gekocht in Zitrone und Olivenöl eingelegt serviert.

Am besten lernen Sie die zypriotische Küche kennen, wenn sie das klassische Mezé bestellen. Eigentlich ist es eine kleine Zwischenmahlzeit aus Oliven, Käse, frischen Tomaten- und Gurkenscheiben, die man zusammen mit einem alkoholischen Getränk und natürlich etwas Gesellschaft zu sich nimmt. Aber mittlerweile bietet Mezé auch einen wunderbaren Überblick über die landestypischen Speisen, denn die Mezé-Platte hat sich erweitert und kann in den unterschiedlichsten Kombinationen bestellt werden. Mit köstlichen Häppchen von Hummus (Kichererbsenmus), Tzatziki, Taramossala (pinkfarbener, sehr leckerer Dip aus Fischrogen), Tahinasalat (Dip aus Sesampaste, Olivenöl und Zitrone), Haloumi (inseltypischer Käse, der frisch, gekocht, gebraten oder gegrillt gegessen wird), Lounza (Schinken), geschmortes oder frittiertes Gemüse, etwas Fisch, meist gebacken oder frittiert, marinierte oder gebackene Meeresfrüchte und verschiedene Ragouts aus Lamm- und Schweinefleisch.

Fischgerichte sind besonders in den Tavernen an den Küsten im Angebot. Frisch vom Grill finden Sie hochwertige Leckerbissen wie Meeräschen oder Meerbarben, aber auch Thunfisch, Sardinen, Sardellen und Schwertfisch. Zu den lokalen Fleischgerichten gehört vor allem im Ofen Geschmortes aus Kaninchen, Rind, Geflügel, Ziege oder Schaf. Auch der Reis gehört mittlerweile zur zypriotischen Küche, obwohl er auf der Insel gar nicht angebaut wird und importiert werden muss. Dies gilt im Übrigen auch für Fleisch, das den Gästen zuliebe reichlich importiert wird, da auf Zypern keine Mastbetriebe zur Fleischproduktion betrieben werden. Reis wird in einem Topf zusammen mit Fleisch, Gemüse und Kräutern geschmort und weich gekocht. Dies bildet eines der am häufigsten als Hauptmahlzeit oder Beilage gegessenen Gerichte, das sich Pilaffe nennt. Von Region zu Region werden die Pilaffe unterschiedlich gewürzt.

Die Süßigkeiten der Insel entstammen dem Orient und sind für manch einen Westeuropäer extrem süß. Das wundert kaum, denn für orientalische Süßigkeiten werden die doppelte bis dreifache Menge an Zucker gebraucht. Als Nachtisch oder zwischendurch gibt es Halwa, eingelegte Früchte oder in Kombination mit Blätterteig (Baklavá) oder Fadenteig (Katafi) gebacken. Besonders im Tróodos bekommt man nicht selten am Straßenrand süße, kandierte Früchte in Zuckersirup aus eigener Herstellung angeboten. Diese Glykos (glyko=süß) werden sehr aufwendig von Hand zubereitet und die Herstellung wird traditionell nur über die Familie, also über die Mutter oder die Großmutter, weitergegeben. Ideal sind die Süßigkeien in Kombination mit einem leckeren, frisch gebrühten zypriotischen Kaffee.