Kykkos Kloster

File 335Dieses Juwel aus byzantinischer Zeit befindet sich mitten im Tróodos-Gebirge auf einer Höhe von ca. 1200 m über dem Meeresspiegel. Seit dem Mittelalter ist es ein ausgesprochenes Pilgerziel, so dass Sie in der Gegend sogar auf Restaurants stoßen. Doch zeigt die Erfahrung, dass es besser für den Geldbeutel und den Geschmack ist, sich entweder Proviant mitzunehmen oder in einem der umliegenden Dörfer Tsakkistra, Kampos, Milikouri oder Moutoullas zu speisen.

File 488Der Bau des Kykkó-Klosters basiert auf einer christlichen Legende, in der der im Tróodos-Wald lebende Eremit Isaias einst auf den orientierungslosen byzantinischen Statthalter Zyperns Voutomitis traf und ihn dazu brachte, die bedeutende Ikone der heiligen Mutter Gottes aus dem Kaiserpalast in Konstantinopel für immer nach Zypern zu bringen. Herzog Voutomitis hatte sich auf seinem Jagdausflug im kühlen Tróodos-Gebirge verirrt und bat den Eremiten um Hilfe. Dieser war weltentfremdet und hielt seine Lippen verschlossen, woraufhin ihn der Herzog reichlich verprügelte. Nach langer Suche Zuhause angekommen, ereilte den Herzog eine tödliche Krankheit, die ihn ahnen ließ, dass der Eremit damit etwas zu tun hatte und den Adligen schließlich dazu brachte ihn um Vergebung zu bitten. Dieser erwartete nach einer göttlichen Prophezeiung die bedeutende Ikone aus dem Kaiserpalast und drohte damit, dass auch die Tochter des byzantinischen Kaisers erkranken würde. Voutomitis unterzog sich aller Anstrengungen diese einst vom Evangelisten Lukas nur 7 Jahre nach der Kreuzigung Christi gemalte Ikone nach Zypern zu bringen und damit dem tödlichen Fluch zu entgehen. Der byzantinische Kaiser Alexios I. Komnenos (1081-1118) errichtete daraufhin einen der Ikone gebührenden heiligen Bezirk, das Kykkó-Kloster und Isaia wurde der erste Abt.

Die „Kykkotissa“, wie die Ikone genannt wird, zeigt Maria mit dem Jesuskind. Sie wurde ikonografisch zu Beginn des 12. Jh. auf Zypern, in Ägypten und Griechenland schnell adaptiert. Seit dem 17. Jh. prägte sich dieser Typus auch im orthodoxen Russland ein. Seit vielen Jahrhunderten werden dieser Ikone mehrere Wunder zugeschrieben und bis heute steht sie symbolisch für die Rettung Zyperns. Der Nationalheld Makários III. lebte im Kykkó-Kloster als Novize und wählte ganz in der Nähe einen Platz für sein Grab, welches seit 1977 ebenfalls Pilgerziel ist. Menschen und ganze Delegationen aus aller Welt bitten die heilige Mutter Gottes um Hilfe und schenken ihr dafür viel Reichtum und Ländereien z. B. in Russland, Kleinasien und dem Vorderen Orient, wodurch das Kykkó-Kloster zum mächtigsten und reichsten auf ganz Zypern wurde. Seine Innenwände sind mit goldenen Mosaiken ausgeschmückt, die Ikonostase ist ungewöhnlich groß und mit Blattgold überzogen.

Das Kloster-Museum ist eines der prächtigst ausgestattesten der Welt und zeigt liturgische Gewänder, vergoldete Reliquien und filigrane Holzschnitzarbeiten in Miniatur. Auf Marmor- und Granitböden schlendert man zu leiser Kirchenmusik durch die prachtvollen Räume und genießt den Anblick der perfekt ausgeleuchteten Exponate. Das Kloster ist täglich tagsüber frei zugänglich.