Kyrénia

File 365Kyrénia ist eine Küstenstadt im Norden Zyperns, die aufgrund ihres wunderschönen Hafens und den ihn säumenden historischen Speicherbauten, in denen früher Olivenöl und die Früchte des Johannisbrotbaumes für den Export lagerten, ein malerisches Küstenbild abgibt. Der Hafen wird im Osten von dem mittelalterlichen Kastell Kyrénia begrenzt, das zu den umfangreichsten und besterhaltensten Festungsbauten auf der ganzen Insel zählt. Gelegen im türkisch verwalteten Norden hat Kyrénia einen touristischen Ansturm bis heute nie erlebt und überzeugt deshalb mit ruhiger und ursprünglicher Atmosphäre und einem Landschaftsbild, das einem den Atem raubt.

Im Hintergrund der mittelalterlichen Stadt mit ihren gotischen Burgen und dem beeindruckenden Kastell erheben sich die wild mit bunten Blumen und Sträuchern bewachsenen Anhöhen des Pentadáktylos-Gebirges. Bereits vor über 150 Jahren erkannten schon britische Kolonialbeamte die Schönheit und Idylle dieses Küstenstädtchens und zogen sich in den Ferien hierher zurück. Die Gegend war seit dem Mittelalter besiedelt. Bei Einfall von Piraten oder anderen unliebsamen Fremden konnte der Alte Hafen von Girne, wie die Stadt auf Türkisch heißt, zusätzlich mit einer dicken Eisenkette abgesperrt werden. Sie wurde vom britischen Zollgebäude im Westen quer zu einem ehemaligen Turm im Osten über das Wasser gezogen. Zusätzlich konnten herannahende Fremde von den Türmen der drei Kreuzritterburgen Kantára, Buffavento und St. Hilárion erblickt werden.

Heute ist dem Alten Hafen, in dem sich bunte Fischerboote und Jachten tummeln, ein langgestreckter Wellenbrecher vorgelagert. Von hier aus führen kleine Gassen direkt in das überschaubare Stadtzentrum Kyrénias. Die kleine Altstadt wird von einer gut erhaltenen, mittelalterlichen Stadtmauer umfasst, von der noch zwei Wehrtürme markant in die Höhe ragen. Vom britischen Zollgebäude aus gelangt man durch ein Gässchen zur Kirche des Erzengels Michael (Archangelos-Michael-Kirche), die in der Mitte des 19. Jh. entstand und Hauptkirche der griechisch-orthodoxen Gemeinde, die hier einst lebte, war. Heute beherbergt der Kirchenbau das Ikonenmuseum (Öffnungszeiten: Juni-Sept. Tägl. 9-14 Uhr + Mo. 15:30-18 Uhr | Okt.-Mai Tägl. 9-13 Uhr + 14-17 Uhr). Ausgestellt werden hauptsächlich Ikonentafeln aus dem 17. und 18. Jh., die vor den Plünderungen der orthodoxen Kirchen in diesem Gebiet gerettet werden konnten.

Ein weiteres, sehr interessantes Museum ist das Volkskundemuseum direkt in der Nähe der Hafenpromenade (Öffnungszeiten wie Ikonenmuseum). In einem zweistöckigem Gebäude aus dem 18. Jh. beeindrucken eine über 100 Jahre alte Olivenpresse, ein Webstuhl und andere historische Gerätschaften des 19. Jh. Im zweiten Stock befinden sich Haushaltsgeräte, Stickereien und alte Möbel, die einen wunderbaren Eindruck des zypriotischen Alltags im 19. Jh. vermitteln.