Lárnaka

File 371Für die meisten Urlauber ist Lárnaka aufgrund des Flughafens der erste Stopp auf Zypern, schon vom Flugzeug aus wird die weitreichende Küstenlandschaft inspiziert. Für einen entspannenden, reinen Sommerurlaub am Strand, gespickt mit kleinen kulturellen Ausflügen und einem ausgiebigen Nachtleben, ist Lárnaka perfekt. Eine hübsch mit Tavernen, Cafés und Lädchen ausgestattete Uferpromenade, landeinwärts von schön restaurierten Kolonialbauten flankiert, läd zum Flanieren unter schattigen Palmen ein.
File 452Einen besonderen Hinweis verdient das türkische Viertel, in dessen alten Gassen Sie Leder- und Schmuckwaren aus heimischer Produktion zu günstigen Preisen erstehen können. Die Große Moschee am Eingang des Viertels ist ebenfalls einen Besuch wert. Sie wurde einst aus einem langgestreckten Kirchenbau aus dem 16. Jh. in diese Moschee verwandelt und der angrenzende Friedhof zeigt interessante mittelalterliche Gräber.

File 458Lárnaka ist das ehemalige griechische Kítion, das von eingewanderten Griechen aus der Peloponnes im 12. Jh. v. Chr. gegründet wurde und wenige Jahrhunderte später um 800 v. Chr. von den Phöniziern zum ersten Stadtkönigtum ernannt wurde. So sind die baulichen Überreste und kulturellen Einflüsse des antiken Lárnaka eher phönizisch als griechisch geprägt.

File 485Das moderne Lárnaka entwickelte sich städtebaulich direkt auf den Mauern der antiken Stadt, lediglich ein heiliger Bezirk ca. 500 m westlich des Archäologischen Museums zeigt noch die antiken Überreste von mehreren Tempeln und Werkstätten, in denen Kupfer verarbeitet wurde (Öffnungszeiten Mo.-Fr. 9-14 Uhr).

Ein geistiges Goldstück der antiken Vergangenheit Lárnakas vermittelt die Büste des antiken Stoikers Zenon im kleinen Stadtpark, der in Lárnaka um 333 v. Chr. geboren wurde und als berühmtester Sohn der Stadt gilt. Er ist der Begründer der Stoa, einer philosophischen Lehre, die nach dem Unterrichtsort nämlich der Stoa Poikile (= bemalte Säulenhalle) auf der Athener Agora, die mit Malereien aus dem 5. Jh. v. Chr. ausgestattet war, benannt wurde. Hier unterrichtete er vorzugsweise die Jugend halb im Freien in moralischen Lehren, deren Inhalt es war, durch Vernunft anstatt durch Triebe und Gefühle ein kosmologisches Ganzes für sich selbst zu schaffen.

Ihre Blütezeit erlebte die Stadt unter der Herrschaft der Osmanen vom 16. bis 18. Jh. – der Hafen war die Verbindung zur großen Welt. Historische Darstellungen aus dieser Zeit berichten von einem Überangebot an europäischen und exotischen Waren und empfehlen den Standort sogar als besten im gesamten Mittelmeerraum. Viele Händler, Kaufleute, Amtsinhaber und ausländische Konsuln kamen nach Zypern. Leider ist diese Zeit auch geprägt von den noch unwissenschaftlichen und rabiaten Entdeckern und Entwendern antiker Kunstobjekte aus den Grabungsstätten, die nie wieder ihren Weg zurück gefunden haben.

Das Kastell am Hafen bauten die Osmanen weiter zu einem Bollwerk aus. Heute ist dort ein Museum mit Stücken aus Kítion und auch aus fränkischer und osmanischer Zeit untergebracht. Vom Wehrgang des Kastells aus hat man einen wunderbaren Blick weit über die Küste und das Meer. Lange Zeit nach den Osmanen war es um die Stadt sehr still, erst durch die türkische Invasion 1974 musste für das in der Pufferzone gelegene Nikosia mit Flugplatz schnell Ersatz geschafft werden. Und so entstand binnen weniger Monate der Internationale Flughafen, womit auch der Ausbau des Hafens einherging. Seitdem vereinen sich viele verschiedene Bevölkerungsgruppen in Lárnaka und leben und arbeiten zumeist im Dienstleistungssektor.