Léfkara

File 374Das Bergstädtchen Léfkara südlich von Lárnaka in den Ausläufern des Tróodos-Gebirges gelegen war in der Renaissance unter den Venezianern einer der größten und wohlhabendsten Orte. Schon seit dem Mittelalter ist er bekannt für seine handwerklich sehr guten Spitzen- und Klöppel- sowie filigranen Silberarbeiten. Eine historische Quelle besagt, dass bereits Leonardo da Vinci hier eigens für das Altartuch des Mailänder Doms ein ansehnliches Stück Spitze gekauft hat. Die Ortschaft besteht aus einer Ober- und Unterstadt namens Páno Léfkara und Káto, wobei Káto kaum besucht wird. Hingegen reiht sich in Páno Léfkara ein Handwerks- und Souvenirladen an den anderen. Unter den Produkten finden Sie hübsche Tischdecken und Tischsets, Bettbezüge, Blusen und andere Kleidungsstücke.

File 500Léfkara ist wegen seiner traditionellen Hohlsaumstickereien (Léfkarítika) auf der ganzen Insel berühmt und beliebtes Ausflugsziel von Urlaubern, die in anderen Ferienorten wohnen. Der Ort bezaubert gleichermaßen mit seiner schönen landschaftlichen Lage inmitten von Pinienwälder und wild wachsenden Johannisbrotbäumen. Enge Gassen mit Kopfsteinpflaster und hübsch restaurierte Häuser mit Holzbalkonen, die an die venezianische Herrschaft erinnern, prägen das Bild der Oberstadt. Die echten, traditionellen Spitzenarbeiten sind sehr aufwendig und dementsprechend teuer. Ebenso verhält es sich mit der Silberschmiedekunst, die von Männern gefertigt wird, die geduldig Techniken der Stickerei in das Edelmetall umsetzen. Um trotzdem kleine Umsätze zu fördern, haben die Verkäufer mittlerweile erschwingliche Imitationsware aus Fernasien unter das Angebot gemischt. Für den Erwerb echter Spitzen- oder Silberware lohnt es sich auf jeden Fall zu feilschen. Zwischen den Verkaufsläden finden sich auch einige Werkstätten, in denen man bei den handwerklichen Arbeiten zuschauen kann. Das Volkskundemuseum von Léfkara zeigt alles rund um die traditionelle Stickerei und Silberschmiedekunst. Zu sehen sind Möbel, Trachtgewänder, Schmuck, Hohlsaumstickereien und Haushaltsgegenstände aus historischer Vergangenheit.

File 512Von hoher Kuriosität ist das 2005 eröffnete Fatsá Wax Museum. Inspiriert von Madame Tussaud´s in London präsentieren hier ca. 150 Wachsfiguren die Geschichte Zyperns. Die Vermittlung von historischen Ereignissen und Persönlichkeiten wird so selbst für geschichtsmüde Besucher zum Erlebnis. Befreit von jeglichem Kitsch begeistert die Ausstellung durch ihre sehr unterhaltsame Andersartigkeit und ist dabei auf einfache Weise noch sehr lehrreich. Antike und Mittelalter werden recht kurz gehalten, eindringlicher wird auf die Alltagsgeschichte der Zyprioten des 19. und 20. Jh. eingegangen. Darunter die Darstellungen tief verwurzelter Ereignisse wie die Hinrichtung der Widerstandskämpfer oder UN-Soldaten an einem Grenzposten der „Green Line“.