Land & Leute

Geografie 
LageZypern ist eine Insel im Mittleren Osten, umgeben vom Mittelmeer und südlich der Türkei gelegen. Sie ist die drittgrößte Insel des Mittelmeers (nach Sizilien und Sardinien) und umfasst eine Fläche von 9 200 km², wovon 3 300 km² den türkischen Norden betreffen. An die Küste Zyperns schließen sich noch 5 Halbinseln an: Kap Apostolos Andreas, Kap Greko, Kap Gata, Kap Zevgari, Kap Akámas und Kap Kormakitis. Die Militärbasen Akrotiri an der Südküste und Dekelia an der Südostküste gehören politisch zu England.
KlimaEs herrscht ein gemäßigtes mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und kalten Wintern. Von der Levante her wehen oft heiße Wüstenwinde. Die wärmsten Monate sind von Mai bis Oktober, an den Küsten herrschen 30-35 Grad, im Landesinneren kann es bis zu 45 Grad heiß werden. Das Meerwasser gilt in dieser Region des Mittelmeeres mitunter als das wärmste. In den Wintermonaten kann es viel regnen, die Temperaturen liegen zwischen 10 und 20 Grad. Im Flachland kann es auch zu Frost kommen, Schneefall ist erst ab 1500 m möglich.
Flora & FaunaDas Zypern der Antike war mit Wäldern und Zypressen bedeckt, heute sind noch ca. 15% der Fläche bewachsen. Besonders die Holzverwertung für den Schiffsbau, Befeuerung der Kupferschmelzöfen und die Herstellung von Holzkohle haben in der Vergangenheit den Waldbestand stark schrumpfen lassen. Hinzu kamen Waldbrände, Rodung für Ackerland und die Überweidung durch Ziegen.
Unter dem heutigen Bestand prägen vor allem die unter Naturschutz stehenden Kiefern, Eichen und Zedern sowie Pinien und Platanen das landschaftliche Bild. In den Ebenen gedeihen Weinreben, Johannisbrot-, Nuss-, Oliven-, Eukalyptus-, Lorbeer- und Myrtebäume sowie Palmen, Akazien und Pappeln. Darunter einige Arten, die von den Eroberern eingeführt wurden.Auch von den insgesamt fast 2000 Pflanzenarten stammen nur etwa 100 ursprünglich von der Insel und so ist Zypern eine der grünsten und farbenfrohesten Insel im Mittelmeer. Besonders im Frühling begegnet man den Farben und Düften der Mandel- und Kirschbäume, Rapsfelder, Riesenfenchel, Chrysanthemen, Affodill, Mohn, Tulpen, Hyazinthen, Narzissen, Gladiolen, Ginster, Zistrosen, Schwertlilien, Krokussen und Ringelblumen usw. In den Hochsommermonaten blühen Kapernbüsche, Disteln, Myrte, Oleander und Tamarisken. Im Oktober, nachdem der erste Regen eingesetzt ist, entfalten Erdbeerbäume, Anemonen, Lilien und um die 45 Orchideenarten ihre prachtvollen Blüten. Die für die Landwirtschaft wichtigen Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen und Grapefruits sowie die einheimische Mousmoula-Frucht, die zu Marmelade verarbeitet wird, wachsen auf Plantagen und auch in vielen privaten Vorgärten. Die Zyprioten schätzen ihre artenreiche Pflanzenwelt sehr und verschönern ihre Gärten und Terrassen mit allen möglichen Blühern sowie vor allem Wein.Die Tierwelt ist ebenfalls geschrumpft. Einige Arten wie der Zwerg-Elefant, Hirsche oder Wildleoparden sind ausgestorben. Die Mufflons sind Wildschafe, die sonst nur auf Korsika und Sardinien vorkommen und z. B. während der Herrschaft der Lusignans schon fast ausgerottet wurden, da ihr Fleisch sehr beliebt war/ist. Sie sind das Nationaltier der Zyprioten. Heute leben wieder mehrere hundert auf der Insel und dürfen nicht gejagt werden.In den Wäldern und an den Küsten leben zahlreiche Kleintiere wie eine endemische Hasenart, Kaninchen, Füchse und Igel. Weiterhin gibt es an die 360 verschiedene Vogelarten und die Insel ist eine wichtige Station für Zugvögel auf der Route von Afrika nach Nordeuropa (Flamingos, Schwäne, Gänse, Reiher, Singdrossel, Rotkehlchen). Die beste Beobachtungszeit sind die Frühlings- und Herbstmonate. Raubvögel wie Falken, Geier und Kaiseradler schwingen in den Bergregionen ihre Flügel. Ansonsten verzeichnet die Insel knapp 30 Arten Amphibien und Reptilien (Schlangen, Eidechsen, Chamäleon, Frösche, Wasserschildkröten) und etwa 200 Fischarten.
GebirgeDie Insel wird von zwei Gebirgen gerahmt. Entlang der Nordküste liegt das schmale Kyrénia-Gebirge und im Südwesten das ca. 60 km breite Tróodos-Gebirge mit dem höchsten Berg Olympus (ca. 2000 m). Dazwischen erstreckt sich die etwa 25 km breite Mesaória-Ebene, die von der Mórfoubucht im Westen bis zur Famagustabucht im Osten verläuft.
GewässerAuf Zypern gibt es keine natürlichen Seen und nur wenige Flüsse, die wichtigsten Flüsse sind Pedheios, Serrakhis und Dhiarizos. Dürreperioden und unbeständige Niederschläge in der Vergangenheit haben die Wasservorräte in mehreren hundert Dämmen, Stauseen und Wasserspeichern fast aufgebraucht. Seit ca. 10 Jahren investiert die Republik in innovative Entsalzungsanlagen von Meerwasser und bedient damit bis heute bereits über die Hälfte der Wasserversorgung.
Menschen 
BevölkerungInsgesamt leben etwa 1200000 Millionen Menschen auf Zypern. Davon liegt die Einwohnerzahl Südzyperns bei 900000. Die Anzahl der in den britischen Militärbasen lebenden britischen Familien wird nicht veröffentlicht und auf 15000 geschätzt.Die Angaben für Nordzypern belaufen sich auf etwa 300000, allerdings bleibt unklar, wie hoch der Anteil der anatolischen Siedler (ca. 40-80000) und der ständig dort stationierten türkischen Soldaten (ca. 20-40000) wirklich ist. Eine kürzlich angedachte, von der UN überwachte Volkszählung wurde abgelehnt.
GemeindenSüdzypern ist in 6 Bezirke aufgeteilt: Ammochostos (Hauptstadt Famagusta; Ein kleiner Teil steht unter türkischer Verwaltung), Kyrénia (Kyrénia; Der einzige Bezirk, der komplett unter türkischer Kontrolle steht), Lárnaka (Lárnaka; Kleiner Teil unter türkischer Verwaltung), Lemesos (Limassol), Lefkosía (Nikosía; Kleiner Teil unter türkischer Kontrolle), Páfos (Páfos).Nordzypern wird in 5 Bezirken verwaltet: Famagusta (türk. Gazimaguza), Kyrénia (türk. Girne), Morfóu (türk. Güzelyurt), Iskele und Lefkosa (griech. Nikosía). 
MigrationSüdzypern hat etwa 70000 legale Einwanderer aus Drittländern, darunter ca. 5000 aus dem Libanon stammende Maroniten und ca. 4000 alteingesessene Armenier. Hinzu kommt die Zahl der europäischen Migranten von abermals 70000, worunter viele Briten und Deutsche aber auch viele aus dem Osten wie Russland, Rumänien, Bulgarien und Polen stammen. Seit dem Beitritt der EU sind in Zypern die Asylanträge rasant in die Höhe gestiegen, darunter eine große Anzahl Flüchtlinge aus Nordafrika, Syrien, Pakistan und dem Iran. Die Republik hat mit der steigenden Bearbeitung und der finanziellen Belastung (jeder Asylsuchende bekommt zunächst Sozialhilfe) schwer zu kämpfen.
SprachenDie offiziellen Sprachen sind Griechisch und Türkisch. Aufgrund der früheren britischen Besetzung sprechen die meisten Zyprioten auch Englisch (Verkehrssprache). Außerdem spricht man noch einen inseleigenen Dialekt, der sich Kypriaka nennt, sich aus dem Altgriechischen ableitet und Einflüsse aus dem Altfranzösischem, Italienischen sowie Arabischen enthält. Für viele Griechen ist Kypriaka schwer zu verstehen.
ReligionGriechisch-Orthodox: 78%Islam (Sunniten, ca. 10% davon Aleviten): 18%Andere (Maroniten, Armenisch Apostolisch u. a.): 4%
Regierung 
Offizieller NameRepublik Zypern; Einheimisch: Kypriaki Dimokratia/ Kibris CumhuriyetiDie Gemeinde der türkischen Zyprioten, die den Nordteil der Insel verwaltet, nennt sich selbst „Türkische Republik Nordzypern“ (TRNC), wird aber von der internationalen Staatengemeinschaft nicht anerkannt.
Politische InstitutionenDas Parlament der Republik Zypern enthält 80 Sitze, von denen 56 griechischen Zyprioten und 24 Sitze türkischen Zyprioten zustehen. Der Präsident stellt ein Kabinett aus 11 Ministern zusammen (lt. Verfassung zusammen mit seinem Stellvertreter). Sowohl die türkischen Mandate als auch die Stelle des Vizepräsidenten bleiben seit 1974 vakant. Die Wahlperiode beträgt 5 Jahre und es besteht gesetzliche Wahlpflicht.
StaatsoberhauptNicos Anastasiades ist Regierungschef und Staatsoberhaupt zugleich (seit Februar 2013). Er wird direkt vom Volk auf eine Amtszeit von 5 Jahren gewählt. Die Stelle des Vizepräsidenten ist seit 1974 nicht besetzt. Laut Verfassung steht sie einem Vertreter der türkisch-zypriotischen Bevölkerung zu.Im April 2010 wurde Dervis Eroglu zum „Präsidenten“ Nordzyperns und Irsen Kucuk als der „amtierende Primeminister der TRNC“ gewählt.
HymneSüdzypern übernimmt die Nationalhymne Griechenlands „Ymnos eis tin Eleftherian“ (Hymne der Freiheit).

Nordzypern eignet sich ebenfalls die Nationalhymne der Türkei „Istiklâl Marsi“ (Freiheitsmarsch) an.

Wirtschaft 
WirtschaftszweigeDer Größteil der Beschäftigten arbeitet im Dienstleistungssektor und Handel, insbesondere der Finanzdienstleistungssektor hatte die meisten Arbeitsplätze zu verzeichnen. In den 1980er Jahren explodierte dieser förmlich, viele ausländische Investoren, vorzugsweise aus dem arabischen Raum, lockten Steuervergünstigungen und ein sicherer, zuverlässiger Standort, der durch die Briten geprägt ist. Nachdem 2012/13 Griechenland in die Schuldenkrise stürzt, bangen auch die Banken um ihre Existenz. Damit überholt der Tourismus den Finanzdienstleistungssektor, kann die wirtschaftlichen Verluste allerdings nicht ausgleichen. Auch die Regierung will sich nicht darauf verlassen und initiiert aktuell die Förderung großer Rohöl- und Naturgasvorräte auf dem Meeresgrund zwischen Zypern, Israel und dem Libanon.Etwa 20% der Einwohner arbeiten in der Industrie. Die Betriebe befinden sich im Großraum Nikosía und Limassol und produzieren vor allem Leder- und Textilwaren. Weiterhin werden Zement, pharmazeutische Produkte, Papier und Getränke hergestellt, verarbeitet und exportiert.Weniger als 10% der Bevölkerung arbeitet noch in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Fischerei. Zu den Hauptprodukten und Exportschlagern gehören Obst, Kartoffeln, Wein, Gemüse und Tabak. Die Fischerei stagniert, da es keine großen Fischbestände mehr in den Gewässern um die Insel gibt. Mit Forellen- und Karpfenfarmen wird versucht die Süßwasserfischerei zu beleben.In Nordzypern wird vor allem Viehzucht (Geflügel und Schafe), die Herstellung von Molkereiprodukten und der Anbau von Zitrusfrüchten betrieben.
TourismusDirekt nach der Unabhängigkeit 1960 wurde der Fremdenverkehr ausgebaut und die Küstenstädte Limassol und Lárnaka etablierten sich zu Touristenzentren. Auch nach der Teilung und dem damit verbundenen Kapazitätenverlust erlebt das Urlaubsgeschäft auf Zypern eine Blütezeit. Rund 90% aller Touristen sind Badeurlauber, der Rest Bildungs- und Geschäftsreisende. Mittlerweile stagniert der Tourismussektor, seit dem EU-Beitritt und der Beinah-Pleite Zyperns ist alles viel teurer geworden. Inzwischen wird in Bereiche wie hochpreisige Hotels, Wintertourismus und Geschäftstourismus investiert. Zusätzlich werden alte Bergdörfer im Tróodos-Gebirge restauriert um Reisende von den zugebauten Küsten wegzulocken und mehr und mehr auch den Ökotourismus auf Zypern zu etablieren.Der Norden verbessert seine Standards im Tourismus und erhält mehr und mehr Zulauf vor allem von Engländern, Deutschen und Griechen. Den Hauptteil (ca. 75%) bilden allerdings nach wie vor Besucher aus der Türkei. Die „touristische Rückständigkeit“ macht den Norden mit seinen einsamen Stränden und dünn bevölkerten Regionen gewissermaßen zum Geheimtipp.