Néa Páfos

File 338Néa Páfos entwickelte sich zur Siedlungsregion in hellenistischer, später römischer Zeit und ist heute ein riesiger archäologischer Park, in dem es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Auch arbeiten die Archäologen aus demselben Grund weiterhin fleißig an den Ausgrabungen. Das Haus des Theseus gleich hinter dem Eingang stammt aus dem 3. Jh. n. Chr., gehörte einst einem reichen Patrizier und barg über 100 Räume inklusive einer Thermenanlage, Atrien, Perstylhöfen und zahlreichen Bodenmosaiken mit qualitätvollen Darstellungen des Theseus, Achilles und Poseidon. Überhaupt ist Nea Páfos eine wunderbare Gelegenheit viele Gestalten und Geschichten der griechischen Mythologie mithilfe der wundervollen Darstellungen kennenzulernen oder zu vertiefen.

File 476Kleiner im Bau aber ähnlich prächtig und luxuriös sind die Innenausstattungen weiterer Villen in der Nähe wie die des Orpheus, des Aion, das Haus der drei Grazien und das der vier Jahrenzeiten. Auch spielen mythologische Inhalte auf den Mosaiken in der Villa des Dionysos eine große Rolle. Sie entstand im 2. Jh. n. Chr. und muss einem sehr wohlhabenden Amtsinhaber gehört haben, der sich in den heißen Sommermonaten von den Geschäften der Großstadt hierher zurückzog. Sehr interessant ist das Skylla-Mosaik aus hellenistischer Zeit, das einzige aus schwarzen und weißen Mosaiksteinchen, das noch erhalten geblieben ist und bezeugt, dass der römischen Villa eine hellenistische Villa voranging.

File 479Am Ende des Ausgrabungsareals liegt die Burg Saránta Kolónes, die nach ihren 40 römischen Säulen benannt und um 1100 unter den Lusignans zur Sichtung der Küste errichtet wurde. Nur wenige Jahrhunderte später zerstört, diente sie fortan als Steinbruch, in dem man später eine Zuckerrohrmühle errichtete. Beeindruckend ist ein großer Ofen, mit dem die Badeanlagen beheizt wurden.

Ein weiterer Denkmälerkomplex, der zum Welterbe von Nea Páfos zählt und unbedingt einen Besuch wert ist, sind die hellenistischen Königsgräber aus dem 3./ 2. Jh. v. Chr. Ungefähr 2 km nördlich von Páfos gelegen, bringt Sie ein ca. 25 minütiger Spaziergang von den römischen Villen aus dorthin. Sie dienten nicht als Ruhestätte für Könige, sondern für die reiche Oberschicht im hellenistischen und römischen Páfos und wurden bis ins 3. Jh. n. Chr. als solche genutzt. Danach wurden die insgesamt sieben Grabkammern und Grüfte von frühen Christen als Versteck genutzt. Im Mittelalter wohnte man sogar darin, teilweise ist auch die Nutzung als Gefängnis bekannt. Königlich war der Bau trotzdem, denn sie wurden den ptolemäischen Wohnhäusern mit Säulen, Atrien und Innenhöfen nachempfunden. Die Wände und Decken waren mit Malereien geschmückt. Der Brauch, die Verstorbenen nicht zu verbrennen, sondern in ober- und unterirdischen Grabanlagen zu bestatten, stammte ebenfalls aus dem ptolemäischen Ägypten, wo man sich auf die Tradition der alten Ägypter bezog.