Páfos

File 386Das beschauliche Städtchen Páfos an der Südwestküste Zyperns ist landschaftlich eine Augenweide und unbedingt einen Besuch wert. Die Umgebung besticht durch herrliche Obsthaine und Bananenplantagen sowie durch die Ausläufer des Tróodos-Gebirge im Hintergrund der Küste. Zudem haben Sie hier eine der dichtesten – und von der UNESCO prämierten – kulturellen Angebote, darunter die antike Stadt Néa Páfos in der heutigen Unterstadt von Páfos (Káto Páfos). Dieser Teil ist zugleich der älteste, bereits kurz nach dem Tod Alexander des Großen um 323 v. Chr. baute der neue Herrscher Ptolemaios I. den Hafen aus, machte Néa Páfos sogar zur Hauptstadt der Insel.

Aufgrund von mehreren Erdbeben und der Araberinvasion ab dem 7. Jh. n. Chr. ging es über mehrere Jahrhunderte bergab mit der Stadt. Erst wieder im späten Mittelalter unter der Herrschaft der Lusignans, die den römisch-katholischen Bischofssitz hierher verlegten, erlebte Páfos eine neue Blüte. Seit der Teilung Zyperns in der Moderne ist Páfos recht zügig zum Touristenort aufgestiegen, der Hafen und die Strandpromenade lassen mit ihren kulinarischen Angeboten und Unterkünften keine Urlaubswünsche offen.

An den Hafen grenzt südlich ein gut erhaltenes Militärfort, das unter der Herrschaft der Türken Ende des 16. Jh. inklusive baulicher Reste einer fränkischen Burg aus dem 14. Jh. errichtet wurde. Das Fort kann täglich und kostenlos besucht werden, auf seinem Dach hat man einen wunderbaren Blick über die Küstenlandschaft vor Páfos.

Etwas ruhiger geht es in der Oberstadt zu (Ktíma). Hier gehen die Einheimischen neben wenigen Touristen ihrem Alltag nach. Britische Kolonialbauten, die sich architektonisch an der griechischen Klassik orientieren, kleine malerische Gassen und ein geschäftiges Marktviertel (Samstag ist Markttag) bestimmen die Oberstadt, die ca. 3 km von der Küste entfernt auf einem Felsplateau liegt. In den herrschaftlichen Kolonialbauten befinden sich heute die meisten der staatlichen Museen. Darunter das Volkskundemuseum (Öffnungszeiten: Mo-Sa 10-17 Uhr | So 10-13 Uhr) mit ganzen Zimmereinrichtungen auf 2 Etagen und interessanten Alltagsgegenständen reicher Zyprioten des frühen 19. Jh. Das Byzantinische Museum (Mo-Fr 9-19 Uhr | Sa 9-13 Uhr) im Gebäude gegenüber präsentiert Ikonen und liturgische Gerätschaften vom 12. bis zum 18. Jh. Geologisch interessierten ist die hervorragende Privatsammlung mit Führungen in deutscher Sprache in der Straße Agíou Theodoroú 2 sehr zu empfehlen (Mo-Sa 8-13 und 16-19 Uhr).