Pólis

File 389Das Küstenstädtchen Pólis im Nordwesten Zyperns liegt an der weiten Chrysochou-Bucht und bezaubert mit atemberaubender Landschaft. Schon die Fahrt dahin ist ein Augenschmaus für Naturfreunde. Viele lassen das dort Auto stehen und erkunden die Gegend mit dem Fahrrad oder Roller, Wanderer und Pflanzenliebhaber sind zu Fuß auf den vielen Naturlehrpfaden unterwegs. Obwohl im idyllischen und weniger touristischen Westen Zyperns gelegen, bietet das Städtchen mittlerweile eine gute Infrastruktur. Ein feiner, langer Sandstrand liegt in unmittelbarer Fussnähe im Westen des Ortes und verläuft bis über die Küstenstadt Latchí hinaus. Noch bleibt er verschont von hochgewachsenen Hotelanlagen o. ä. Ein schöner Campingplatz liegt direkt am Meer (Kieselstrand) inmitten eines weitläufigen Eukalyptushains. Seit den 1980er Jahren ist dieser sehr beliebt bei Rucksackreisenden. Das Nachtleben in Pólis ist beschaulicher als andernorts. Keine Tanztempel oder laute Kneipen sind hier zu finden, vielmehr fröhnt man lieber langer, angeregter Unterhaltung mit neuen Bekanntschaften unter freiem Himmel. Das Zentrum von Pólis bildet die überschaubare Fußgängerstraße zwischen der Hauptkirche und der Platía (Hauptplatz) mit einer Markthalle. Hier reihen sich hübsche Straßencafés, skurrile Souvenirläden und alte, traditionelle Friseur- oder Backwarengeschäfte aneinander. Agenturen bieten Ausflüge mit dem Mountainbike, Jeep oder Wandertouren an.

Ein Archäologisches Museum zeigt Funde von ca. 1200 v. Chr., eine Zeit in der eingewanderte Griechen hier den Ort Márion gründeten und über lange Zeit gut vom Kupferabbau lebten. Unter den Diadochenkämpfen im Hellenismus verlor Márion seine Bedeutung und ein Neuaufbau unter dem Namen Arsinoe scheiterte bereits nach wenigen Jahrzehnten. Die Überreste der Siedlungen Márion und Arsinoe, vor allem Nekropolen, liegen im Nordosten von Pólis, sind allerdings leider schwer zugänglich. Zudem wurden die meisten Funde schon bei der Entdeckung im 19. Jh. ins Ausland verschafft. Ein Hingucker ist der über 600 Jahre alte Olivenbaum, dessen Stamm beinah ganz in zwei Hälften gespalten ist, ganz in der Nähe des Archäologischen Museum. Faszinierend ist, dass er nach so langer Zeit immer noch Früchte hervorbringt. Reisende mit dem Ziel Pólis sind vorrangig Individualtouristen. Sie suchen vor allem Ruhe, Entspannung und genießen ihre Zeit in der landschaftlich facettenreichen Natur. Auch genießt man hier lieber gute Gespräche bei gutem Wein mit Einheimischen oder anderen Urlaubern oder erfreut sich an der atemberaubenden Dämmerung zur Blue Hour direkt am Strand.