Panagía Forviótissa

File 341Südlich des Dorfes Nikitarí im Tróodos-Gebirge inmitten der wunderschönen Landschaft des Adelfi-Waldes befindet sich diese unscheinbare Kirche, die Kunstinteressierte während eines Zypernurlaubs auf keinen Fall verpassen sollten. Von Lefkosia aus erreicht man das Dorf und die Kirche über die B9 Richtung Vizakia.

Auf einem kleinen Hügel umgeben von stiller Bergeinsamkeit steht die kleine Scheunendachkirche aus dem 12. Jh., der man wahrlich nicht ansieht, dass sie kunsthistorisch das bedeutendste Gotteshaus der Insel ist. Wenn Sie hinein gehen, werden Sie verstehen warum und staunen, welch reiche Bilderwelt Sie dort empfängt. Es ist kaum vorstellbar, dass die bunten und leuchtenden Malereien an den Wänden beinah tausend Jahre alt sind. Die Strahlkraft der Wandmalereien ist auch der Reinigung und Reparatur von 1965 zu verdanken. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Künstler in einer Art Fresko-Technik vorgingen, die vor allem zu der langen Haltbarkeit beitrug. Zunächst trug der Künstler eine Mischung aus Kalk und Kreide auf die zu bemalende Fläche auf, und zwar nur auf die, die er in einem Schritt bemalen konnte. Danach zeichnete er die Umrisse in gelber und roter Farbe um anschließend zuerst die hellen und dann die dunklen Farben anzubringen. Die Feuchtigkeit des Putzes garantierte schließlich die erstaunliche Dauerhaftigkeit der Farben, denn nach dem Trocknen waren die Farben mit dem Putz unlöslich miteinander verbunden und konnten nicht abblättern wie es z. B. Tafeln und Gemälden zu eigen ist.

Zu den reichen Bilderzählungen mit biblischem Inhalt gehören u. a. die Apostelkommunion, der Einzug nach Jerusalem, die Fußwaschung und die Erweckung des Lazarus. Eine besonders beeindruckende und lebendige Szene handelt von den 40 christlichen Märtyrern von Sebaste, deren Geschichte eng mit dem Christentum auf Zypern verbunden ist. Damit sie ihren christlichen Glauben leugnen, verbannte man sie nackt auf einen zugefrorenen See, an dessen Ufer der Dampf von heißen Wasserbädern lockte. Die blutenden und frierenden Gestalten sind deutlich zu erkennen und über ihren Häupter schweben schon die Kronen der Märtyrer. Die Kirche ist täglich von 9-17 Uhr geöffnet.