Salamís

File 344Der archäologische Park von Salamís liegt in Nordzypern wenige Kilometer nördlich der türkischen Stadt Famagusta. Salamís hat eine große Geschichte und gilt als Basis für das emporsteigende Christentum auf Zypern, denn der Apostel Barnabas, einer der großen christlichen Missionare Zyperns, lebte und starb in der Stadt. Als 116 n. Chr. die Juden in Salamís revoltierten, wurden daraufhin alle Juden von der Insel verbannt. Zu Zeiten der byzantinischen Herrschaft wurde Salamís Hauptstadt Zyperns. Doch mehrere Katastrophen wie das Erdbeben im 4. Jh. n. Chr., wenige Jahrhunderte später der Einfall der Araber und schließlich der allmähliche Verlust des Hafens ließen die Stadt untergehen und dafür das nahgelegene Famagusta mit seinem Hafen zur Blüte wachsen. Spätestens im Mittelalter wurde Salamís wie viele andere antike Stadtanlagen zum Steinbruch für neue Bauvorhaben.

File 431Erstmals 1882 ausgegraben und 1975 gestoppt, befindet sich heute noch immer vieles der antiken Stadt unter Sanddünen verborgen. Das Gymnasion bildet zusammen mit den Thermenanlagen eines der größten Baukomplexe. Es war ein öffentliches Gebäude, dass der körperlichen Erziehung junger Männer diente und sorgfältig mit Statuen geschmückt wurde. Elegant gebaute Portiken mit späteren, byzantinischen Mosaiken bilden den Eingang. Neben Wettkampfsportarten wie Faust- und Ringkampf wurde die Jugend im Laufen, Weitsprung, Diskus- und Speerwerfen unterrichtet.

Zwischen der Palästra und den Baderäumen befindet sich die öffentliche Latrine, in der rund 45 Menschen gleichzeitig „ihren Geschäften nachgehen“ konnten. Die Badeanlage stammt aus römischer Zeit und wurde in byzantinischer Zeit umgebaut. Sehr schön sind noch einige Räumlichkeiten wie das Frigidarium (Kaltbad), Caldarium (Warmbad) und Sudatorien (Schwitzbäder) eines ausgewogenen römischen Badetages zu erkennen. Im südlichen Teil des Traktes sind Mosaike mit floralen und geometrischen Mustern erhalten geblieben, darunter Leda und der Schwan sowie ein Jagdszene mit Apollon und Artemis.

Das beeindruckende Amphitheater aus dem 2. Jh. v. Chr. bot einst über 15 000 Menschen Platz, die sich auf den insgesamt 50 Reihen verteilten. In den Sommermonaten wird es heute für Open-Air-Veranstaltungen genutzt. Wenn Sie dem Hauptweg weiter folgen, passieren Sie eine römische Villa und kommen zur Basilika Agíos Epifanios, deren Säulenstümpfe ein markantes Bild der einst größten Basilika Zyperns abgeben. Sie entstand im 4. Jh. n. Chr. und war nach dem amtierenden Bischof jener Zeit benannt. Bis ins späte Mittelalter wurde diese siebenschiffige Kirche genutzt.

Dem Hauptpfad weiter folgend, findet man noch die große Zisterne, die über einen 40 km entfernten Aquädukt mit Wasser aus dem Pentadáktyos-Gebirge gespeist wurde. In byzantinischer Zeit war sie die mächtigste der ganzen Insel. Ein großes römisches Forum mit angrenzenden Hallen und dem Podiumstempel für den Göttervater Zeus schließen das Ausgrabungsgelände bis dato ab.